Toms Bio

Tom Schäfer - Wer ist das und was macht der hier?
*04.02.1986 in Moroto/ Uganda


Mein Geburtsort klingt aufregender als er ist. Meine Eltern haben zu der Zeit beide bei “Ärzte ohne Grenzen” gearbeitet; ich bin in verschiedenen Camps aufgewachsen, bis ich ungefähr drei Jahre alt war. Danach habe ich den größten Teil des Jahres bei meinen Großeltern in Münster verbracht. Mein Großpapa stammt aus der Nähe von Edinburgh/ Schottland. Er ist im Zweiten Weltkrieg als Soldat der alliierten Truppen nach Deutschland gekommen und dort geblieben, weil er meine Großmama kennen und lieben gelernt hat.

Für mich war er – neben meinem Bruder, den ich laut zuverlässigen Quellen sehr verehrt habe, der mich zu der Zeit jedoch kaum wahrgenommen hat – die wichtigste Person meiner Kindheit. Er hat mich Englisch (und Schottisch!) gelehrt und viel Zeit mit mir in Wald und Flur verbracht. Und natürlich hat er mir Geschichten erzählt oder wir haben gemeinsam kleine Erlebnisse ausgesponnen. Er war der Erste Worthüter, hat Gestalten zum Leben erweckt. Leider starb mein Großpapa, als ich gerade vierzehn war.

Mein älterer Bruder Ben (Meine Eltern haben bei uns darauf geachtet, Namen zu wählen, die kurz und fast überall auf der Welt eindeutig und ohne Missverständnis aussprechbar sind. Ich glaube, das ist ihnen gelungen.) hat sich daraufhin meiner Erziehung und Bildung angenommen. Mit dreizehn habe ich mein erstes Punkrock-Konzert besucht und zur selben Zeit mit Pen & Paper-Rollenspielen angefangen, später folgte auch Liverollenspiel.
Eigentlich wollte Ben, der wie meine Eltern Medizin studiert hat, nur für ein ausgedehntes Praktikum nach Australien, doch da lief ihm die Frau seines Lebens über den Weg. Er ist dort geblieben und ich bin inzwischen Onkel von zwei wundervoll frechen Mädchen. Auch wenn wir gut 10 Jahre auseinander sind: Einen besseren Bruder kann ich mir nicht wünschen und ich bin froh, dass wir in der Zeit von Skype und Billigflügen leben. So ist Australien wenigstens nicht ganz so weit weg.

Statt Zivildienst habe ich ein Jahr in Tucson/ Arizona bei Human Borders verbracht, wo ich mein Spanisch auf ein ganz passables Niveau bringen konnte, was meinem Berufswunsch Auslandskorrespondent sicherlich nicht schaden wird, falls ich denn jemals mein Studium abschließen werde. Ein Semester davon bin ich in Edinburgh auf den Spuren meiner Vorfahren gewandelt. Ein weiteres Auslandssemester ist 2012 (im Master-Studium) in Warschau geplant.


Das Schreiben soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, das Schreiben ist Teil meiner Seele, meine Existenz. Schreiben, Geschichten und Welten erschaffen, das begleitet mich bereits mein ganzes Leben lang. Und das wird sich sicherlich nie ändern.